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Die Fitness-Bremse aus der Flasche

|   Ernährungswissen

Nach dem Training über den Weihnachts-markt bummeln? Na klar. Es muss ja nicht gleich zum Glühwein sein. Denn dann hätte man sich das Training ja gleich sparen können. Dass Alkohol die wohl größte Fitness-Bremse ist, dürfte sich herumgesprochen haben.

Alkohol-Kalorien liefern mehr Energie als Eiweiß oder Kohlenhydrate, Alkohol blockiert die Fettverbrennung und bremst die Aufnahme von Vitalstoffen. Mag sein, dass Alkohol die Lust steigert, aber wohl kaum die auf ein wirklich strammes Trainingsprogramm. Und schaden soll der Drink vom ersten Schluck an.

Der Konsum von alkoholischen Getränken ist gesellschaftlich zwar breit akzeptiert. „Aber die Problematisierung von Alkohol konzentriert sich noch immer überwiegend auf die Abhängigkeit – doch Alkohol ist nicht nur ein Suchtmittel, sondern auch ein Körpergift, das bereits in moderaten Mengen den Organismus schädigt“, betont Professor Dr. med. Christian Trautwein, von der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). 

Alkohol ist Treiber für Krankheiten des gesamten Organismus und an der Entstehung von mehr als 200 Erkrankungen beteiligt. Innerhalb des Bauchraums und Verdauungstrakts werden vor allem Leber, Pankreas und Darm geschädigt. Eine Auswertung von 14 Studien zeigte, dass bereits der Konsum von 100 Gramm Alkohol pro Woche mit einem 15-prozentigen Anstieg des Darmkrebsrisikos einhergeht. Die Analyse zeigte zudem, dass die Gruppe der stärksten Konsumenten im Vergleich zu den Probanden mit dem geringsten Alkoholkonsum ein um rund 50 Prozent erhöhtes Darmkrebsrisiko aufweisen.

2016 hat der Konsum von Alkohol weltweit zu drei Millionen Todesfällen geführt, so der aktuelle Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die häufigsten alkoholbedingten Todesursachen sind bei den Männern Unfälle und Gewaltverletzungen, bei den Frauen Herz-Kreislauferkrankungen. Bei beiden Geschlechtern liegen Erkrankungen des Magens und Verdauungstraktes an zweiter Stelle der durch Alkohol bedingten Todesfälle, so die WHO.

 „De facto schadet Alkohol dem Körper ab dem ersten Tropfen – so etwas wie risikofreien oder gar gesundheitsfördernden Konsum von Alkohol gibt es nicht“, stellt Professor Trautwein fest. Eine im August veröffentlichte Publikation im renommierten Fachblatt LANCET kommt zu dem Ergebnis: Das für die Gesundheit sicherste Level von Alkoholkonsum beträgt Null.

Schon nach einem Bier schüttet der Körper vermehrt das Stresshormon Cortisol aus. Das ist der Gegenspieler von Testosteron, das wir brauchen, um Muskeln aufzubauen. Cortisol reduziert die Testosteronproduktion, Muskelaufbau und Regeneration werden gehemmt, Muskulatur sogar statt auf- eher abgebaut.

Warum? Weil alkoholische Getränke nicht nur aus Ethanol bestehen, sondern vor allem auch aus Zucker. Und dieser Zucker wird sofort in Fett umgewandelt und gespeichert, weil der Körper ja vorrangig damit beschäftigt ist, den Alkohol abzubauen, weil er fürchtet, der könne ihn vergiften. Alkohol ist nämlich ein Zellgift und wirkt somit toxisch.

Kalorienbombe Alkohol

Die Energie aus unseren Drinks ist auch noch stärker als die aus unserer Nahrung: Ein Gramm Alkohol hat sieben Kalorien; ein Gramm Eiweiß nur vier. Die Alkohol-Kalorien werden vorrangig in den Versorgungskreislauf eingespeist. Für Energie aus anderen Quellen ist kein Bedarf; also wird sie erstmal gespeichert und in Fett umgewandelt. Sie können also so viel gesundes Essen zu sich nehmen, wie Sie wollen – der Alkohol im Blut bremst die Verwertung komplett aus und macht die Vitalstoffaufnahme zunichte.

Bremst Muskelbildung und Fettabbau

Studien zeigen, dass bereits ein feuchtfröhlicher Abend einen ganzen Monat hartes Training kaputt machen kann. Ein erhöhter Cortisolspiegel ist noch bis zu sechs Stunden nach dem letzten Drink nachweisbar und die Muskeln werden bis zu 70 Prozent abgebaut. Gleichzeitig wird der Fettabbau gehemmt und – nicht zu vergessen – Alkoholkonsum kann zu Heißhunger führen, was einem schnell ein paar neue Fettpölsterchen beschert. Selbst 60 Stunden nach ein paar „sportlichen“ Pils, ist die Muskelleistung noch geringer, als wenn man alkoholfrei geblieben wäre.